15. April 2026

BSBD OV Heimsheim zu Gast im Justizvollzug in Luxemburg

Der Blick über den Tellerrand ist immer wertvoll......und der BSBD bietet die Möglichkeit

BSBD OV Heimsheim zu Besuch im Centre pénitentiaire d’Uerschterhaff (Luxemburg) – Internationaler Austausch auf höchstem Niveau

 

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit über EuroPris konnte der BSBD Ortsverband Heimsheim eine besondere Fortbildungsreise realisieren: Ziel war das Centre pénitentiaire d’Uerschterhaff (CPU) in Luxemburg – eine der modernsten Justizvollzugsanstalten Europas.

 

Der Ursprung dieser Bildungsreise liegt bereits im Dezember 2024. Während einer Hospitation in Estland ergab sich für einen Vertreter des BSBD OV Heimsheim die Gelegenheit, den Ausbilder der Justizvollzugsanstalt Centre pénitentiaire d’Uerschterhaff kennenzulernen. Aus diesem ersten fachlichen Austausch entwickelte sich in der Folge der direkte Kontakt, aus dem schließlich die Idee für einen vertieften Besuch vor Ort entstand.

 

Am 20. März war es dann soweit: Die Delegation des BSBD OV Heimsheim traf gegen 10:30 Uhr in Luxemburg ein und wurde im Centre pénitentiaire d’Uerschterhaff äußerst herzlich empfangen. Bereits der erste Eindruck verdeutlichte die hohe Professionalität sowie die Offenheit gegenüber internationalem Austausch, die den luxemburgischen Justizvollzug prägen.

 Zu Beginn des Besuchs erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen eines ausführlichen Vortrags einen umfassenden Überblick über die Organisation und die Arbeitsweise der Anstalt. Die verschiedenen Fachbereiche wurden detailliert vorgestellt, wobei insbesondere die klare Struktur der Zuständigkeiten sowie die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit hervorgehoben wurden. Diese ermöglicht ein ganzheitliches Vollzugskonzept, das Sicherheit, Betreuung und Resozialisierung gleichermaßen berücksichtigt.

 Im Anschluss an die Präsentation bot ein gemeinsames Mittagessen die Gelegenheit, die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen und sich in kollegialer Atmosphäre intensiv auszutauschen. Der persönliche Dialog mit den luxemburgischen Kolleginnen und Kollegen wurde von allen Beteiligten als besonders wertvoll empfunden und unterstrich einmal mehr die Bedeutung internationaler Netzwerke im Justizvollzug.

 Am Nachmittag folgte eine umfassende Führung durch die Anstalt, die bis etwa 16:45 Uhr andauerte. Dabei konnten sich die Besucherinnen und Besucher ein detailliertes Bild von der modernen Infrastruktur sowie den innovativen Abläufen im Centre pénitentiaire d’Uerschterhaff machen. Besonders hervorzuheben ist der hohe Grad an Digitalisierung, der sich konsequent durch sämtliche Bereiche des Vollzugs zieht.

 Ein zentrales Beispiel hierfür ist der digital organisierte Gefangeneneinkauf. Über interne Systeme können Inhaftierte ihre Bestellungen eigenständig digital durchführen, was nicht nur die Eigenverantwortung stärkt, sondern auch zu einer erheblichen Effizienzsteigerung beiträgt. Gleichzeitig werden Arbeitsabläufe für das Personal deutlich vereinfacht und transparenter gestaltet. Darüber hinaus kommen digitale Lösungen auch in der Dokumentation, Kommunikation sowie in organisatorischen Prozessen zum Einsatz und tragen so zu einem modernen und zukunftsorientierten Vollzug bei.

 Neben der technischen Ausstattung beeindruckte auch die bauliche Konzeption der Anstalt. Das Centre pénitentiaire d’Uerschterhaff vereint höchste Sicherheitsstandards mit einem klaren Fokus auf Resozialisierung. Die Unterbringung erfolgt in zeitgemäßen Hafträumen, ergänzt durch vielfältige Arbeits-, Bildungs- und Freizeitangebote. Ziel ist es, den Inhaftierten eine strukturierte Tagesgestaltung zu ermöglichen und sie bestmöglich auf ein straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten.

 Besonders positiv wurde zudem die Arbeitsweise des Personals wahrgenommen. Der professionelle, engagierte und zugleich respektvolle Umgang mit den Inhaftierten trägt maßgeblich zu einem stabilen und konstruktiven Vollzugsklima bei. Die klare Ausrichtung auf Förderung und Wiedereingliederung spiegelt sich in allen Bereichen der täglichen Arbeit wider.

 Der Besuch endete mit einem gemeinsamen Gruppenfoto, bevor die Delegation des BSBD OV Heimsheim die Rückreise antrat. Insgesamt handelte es sich um einen äußerst erkenntnisreichen und gelungenen Tag, der zahlreiche neue Impulse für die eigene Praxis lieferte.

 Die gewonnenen Eindrücke aus Luxemburg zeigen eindrucksvoll, welche Möglichkeiten ein moderner, digital unterstützter und zugleich resozialisierungsorientierter Justizvollzug bietet. Für den BSBD OV Heimsheim stellt diese Bildungsreise einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung dar und unterstreicht die große Bedeutung des internationalen Austauschs – auch im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen im Justizvollzug.

 

Bericht: StS.