Am 6. und 7. Mai 2026 trafen sich die Fachgruppensprecher der mitgliederstärksten BSBD-Fachgruppe zu ihrer diesjährigen Tagung in den Räumlichkeiten der BBBank in Karlsruhe. Vertreter der Justizvollzugsanstalten des Landes kamen dort zu der zweitägigen Veranstaltung zusammen.
Landesfachgruppensprecher Oliver Haubold begrüßte die Teilnehmer sowie den Landesvorsitzenden Michael Schwarz und eröffnete die Tagung.
Die Berichte aus den einzelnen Justizvollzugsanstalten zeichneten auch in diesem Jahr ein deutliches Bild der aktuellen Situation im baden-württembergischen Justizvollzug. Insbesondere die angespannte Personalsituation, krankheitsbedingte Ausfälle sowie die zunehmenden psychischen Auffälligkeiten bei Inhaftierten stellen die Bediensteten weiterhin vor große Herausforderungen. Hinzu kommen bauliche und strukturelle Belastungen, die den Arbeitsalltag in vielen Einrichtungen zusätzlich erschweren. Gleichzeitig erfordern bestehende und geplante Erweiterungen sowie neue Projekte einen weiteren Personalaufbau. Vor diesem Hintergrund kommt der Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchskräften weiterhin eine besondere Bedeutung zu.
Der Landesvorsitzende Michael Schwarz griff in seinem Bericht zahlreiche aktuelle Themen und Entwicklungen auf. Dabei ging er unter anderem auf die Ergebnisse der Landtagswahl sowie deren mögliche Auswirkungen auf den Justizvollzug ein. Weitere Schwerpunkte waren die Mitarbeitergewinnung und -bindung, der Zustand des Bildungszentrums Justizvollzug sowie die Einführung der elektronischen Akte im Justizvollzug.
Darüber hinaus thematisierte er Gewalt am Arbeitsplatz und den Umgang mit titulierten Schmerzensgeldansprüchen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Erforderlichkeit, die bestehenden Fortbildungsprogramme im Justizvollzug zu erweitern und an die aktuellen Anforderungen und Entwicklungen anzupassen. Auch die Tarifverhandlungen zum TV-L und deren Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten wurden behandelt. Die Entwicklung der Mehrarbeit im Vollzugsdienst sowie die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Justizvollzug waren ebenfalls Gegenstand seines Berichts.
Im Rahmen der Fachgruppenarbeit beschäftigten sich die Teilnehmer mit einer Vielzahl aktueller und praxisnaher Themen aus dem Justizvollzug. Einen besonderen Schwerpunkt bildete der Dienstposten- und Arbeitszeitenplan, insbesondere vor dem Hintergrund einer erneuten Reduzierung der Jahresarbeitsstunden. Ebenfalls intensiv erörtert wurde das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs zum Dienst an Wochenenden. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer aktuelle Informationen aus der ARGE Dienstkleidung.
Kollege Christian Reichle berichtete über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen der JVA Rottweil. Kollege Antonio Rodriguez informierte über die Entwicklungen der Baumaßnahmen der JVA Heilbronn und gab den Teilnehmern einen Einblick in den jeweiligen Planungs- und Umsetzungsstand.
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der JVA Karlsruhe. Im Rahmen einer Führung erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Anstalt und deren Vollzugsalltag. Die Führung wurde durch den Vollzugsdienstleiter Michael Dorn durchgeführt und bot den Teilnehmern die Gelegenheit, sich unmittelbar vor Ort über die Gegebenheiten und Abläufe der Anstalt zu informieren.
Die zweitägige Tagung bot erneut ausreichend Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen und konkrete Anliegen aus den Justizvollzugsanstalten gemeinsam zu erörtern. Der direkte Austausch zwischen den Fachgruppensprechern sowie mit dem Landesvorsitzenden Michael Schwarz ermöglichte es, zahlreiche Fragestellungen aus der Praxis aufzugreifen und unterschiedliche Erfahrungen aus den Anstalten zusammenzuführen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig der regelmäßige Austausch innerhalb der Fachgruppe ist, um die Interessen der Kolleginnen und Kollegen im Justizvollzug gemeinsam und zielgerichtet zu vertreten.
Bericht: FG VD